Haare – des Einen Freud, des Anderen Leid

Volle, kräftige Haare vermitteln Schönheit, Jugendlichkeit, Stärke und Gesundheit. Deshalb kann Haarverlust schnell einen erheblichen Leidensdruck auslösen. Auch wenn es als normal gilt, bis zu 100 Haare pro Tag zu verlieren, so stellt dies im Einzelfall bereits eine grosse psychische Belastung dar - vor allem bei Frauen mit langen Haaren, deren Volumen in der Bürste oder Hand schnell bedrohlich wirkt, noch bevor eine Veränderung der Haardichte auf der Kopfhaut sichtbar wird. Doch auch Männer leiden unter dem Verlust des dichten Haupthaares oder auch sichtbaren Lücken im Bartwuchs. Oft wird dies mit herabgesetzter Männlichkeit gleichgesetzt, obwohl gerade der typische männliche Haarausfall durch eine verstärkte Empfindlichkeit der Haarwurzeln für das männliche Hormon Testosteron ausgelöst wird.

Mit Ende der Pubertät erreichen wir die maximale Haarzahl, danach setzt eine fortlaufende Haarausdünnung ein. Während Schwangerschaften kommt es nochmals zu dichterem Haar gefolgt von einem nach der Geburt oft frustranen Haarausfall. Auch gibt es vermehrten Haarausfall im Frühjahr und Herbst. Verbreitete Irrtümer sind übrigens, dass häufiges Haarewaschen oder –kämmen den Verlust von Haaren verstärken könnte. Dem ist nicht so, sondern dabei lösen sich nur bereits gelockerte Haare, die in den nächsten Tagen sowieso ausgefallen wären. Häufiges Haarewaschen und –färben schadet den Haaren deshalb nur im Fall von Strukturschäden der Haare (z.B. Spliss durch ungenügende Haarpflege). Auch die Haarlänge beeinflusst den Haarausfall nicht – ein Kurzschneiden der Haare ist deshalb nicht sinnvoll. Jedoch sollte bei langen Haaren auf zu straffen Zug beim Zusammenbinden der Haare verzichtet werden, um eine Schädigung der Haarwurzeln zu vermeiden.

Es gibt verschiedene Formen von Haarausfall, die durch fachkundige Untersuchung der Kopfhaut sowie ergänzende Laboruntersuchungen diagnostiziert werden können. Neben entzündlichen Kopfhautveränderungen mit Haarausfall kann dieser auch in Folge von Stress, Erkrankungen des gesamten Körpers oder durch Medikamenteneinnahme auftreten – oft jedoch erst mit 3-4monatiger Verzögerung. Auch lokale oder generalisierte Hormonstörungen, Autoimmunkrankheiten oder Narben können ursächlich sein. Je nach Ursache des Haarausfalls können dann unterschiedliche Therapiemassnahmen zum Einsatz kommen. Bei frühzeitigem Therapiebeginn lässt sich der Haarausfall in vielen Fällen auf das normale Mass reduzieren oder sogar wieder rückgängig machen. Bei allen Behandlungen ist aufgrund des langen Haarzyklus jedoch erst nach 3-6 Monaten mit einem Erfolg zu rechnen.

Der häufig vorkommende erbliche (genetische) Haarausfall äussert sich bei Männern durch ausgeprägte Geheimratsecken, zurückgehenden Haaransatz oder Lichtung der Haare am Hinterkopf - der sogenannten Tonsur - bis hin zur Glatze. Bei Frauen kommt es dagegen zu einer Verbreiterung des Scheitels bzw. zu einer Lichtung der Haare am Oberkopf oder auch am Stirnhaaransatz. In Studien konnte mit geeigneten Medikamenten der Haarausfall in bis zu 80% gestoppt werden. In bis zu 60% wuchsen sogar wieder Haare nach.

Haarwuchsmittel gibt es Tausende. Aber nur ganz wenige sind wirksam. Lassen Sie sich deshalb am besten hautfachärztlich untersuchen und beraten.

Übrigens kann auch ein „Zuviel“ an Haaren stark stören. Teilweise lassen sich hierfür hormonelle Ursachen finden. Grossenteils bestehen genetische (vererbte) Ursachen und Haarentfernung ist die einzig sinnvolle Therapiemassnahme. Neben kurzzeitig wirkenden Enthaarungsmassnahmen wie Rasur, Wachsenthaarung, Epilation gibt es hierfür auch die permanente Haarentfernung mittels Laser (Laserepilation), die wir Ihnen in unserer Praxis anbieten können.